HSG NIENBURG | Meerbachspatzen

Syam Vogt
Der "Meerbachspatzen"-Meistersommer - Bjarne Niemeyer, Johannes Hain und Nico Fiebiger

Zukunft und Vergangenheit

Manchmal liegen Zukunft und Vergangenheit eng beieinander. So war es auch in der Meistersaison der Handballer der HSG Nienburg.

Auch dank der Youngster Bjarne Niemeyer, Johannes Hain oder auch Nico Fiebiger, die das Team immer wieder unterstützen und der Hilfe der Routiniers Steffen Kaatze und Sören Fennekoldt landeten die Meerbachspatzen am Ende den ganz großen Coup: den Aufstieg in Liga drei.

"Sunnyboy" Bjarne Niemeyer

Durch eine glückliche Fügung kamen die Nienburger Handballer in den Genuss der Dienste vom hochveranlagten Youngster Bjarne Niemeyer. Der 20-jährige Linkshänder aus Bruchhausen-Vilsen zeigte bereits in seiner ersten offiziellen Herrensaison, was für ein großes Potenzial in ihm steckt. Mit 189 Treffern in 24 Begegnungen überragte er alle anderen Torjäger der Verbandsliga und das, obwohl der Abstieg der Nienburger Reserve lange feststand. Die Doppelbelastung mit Erst- und Zweitvertretung fällt nun weg, sein FSJ bei der HSG ist beendet und der Weg frei.

Niemeyer: "Ich war oft platt, stand nahezu jeden Tag in der Halle. Jetzt möchte ich den nächsten Schritt machen und bin sehr glücklich, Teil der ersten Herren zu sein." Seine Spitznamen "Happy" oder "Sunshine" verliehen ihm seine Mitspieler ironischerweise aufgrund seiner alles anderen als aufbrausende Art. "Bjarne wird es packen, bringt enorme handballerische Fähigkeiten mit und wird durch die geringere Trainingsbelastung mit deutlich mehr Frische und Motivation an die Herausforderungen dritte Liga herangehen", sagt Coach Carsten Thomas über den Halbrechten.

Dass der Vilsener besondere Qualitäten mitbringt, ist unverkennbar, stellte diese in der Landesauswahl und in der A-Jugend-Bundesliga unter Beweis. In Kürze fängt der gelassene Ruhepol sein duales Studium bei der Polizei in Bremen an und wird gemeinsam mit Teamkollege Marin Wrede aus der Hansestadt zum Training pendeln. Niemeyers Highlight war das Spiel daheim gegen die HSG Delmenhorst, in dem er drei Treffer beisteuerte - daran will er anknüpfen.

Flügelflitzer Johannes Hain

Auch bei Flügelflitzer Johannes Hain läuft derzeit alles zusammen. Der pfiffige Tiermedizinsstudent steht kurz vor seinem Abschluss, das soll aber noch lange nicht das Ende seiner akademischen Laufbahn sein. Auf Kleintiere will sich der schmächtige Wirbelwind spezialisieren und liebäugelt mit einem Doktortitel. Der fleißige Jungspund kommt ursprünglich aus Sulingen und lebt jetzt in Hannover. Hain: "Nienburg liegt genau zwischen Sulingen und Hannover. Das macht es für mich sehr entspannt."

Auch "Haini" kam erst spät zur HSG, spielte zuvor in Sulingen Handball und wechselte im späteren Jugendalter zu den heutigen Hunte-Aue Löwen nach Diepholz, ehe es ihn an die Weser verschlug. Sein Highlight in dieser Spielzeit war das Heimspiel gegen seinen alten Klub und Ex-Trainer. "Es freut mich, dass wir Jungs aus der zweiten Herren die Chance bekommen und auch genutzt haben. Gerade körperlich wird es in der dritten Liga extrem anspruchsvoll, aber ich glaube fest daran, dass wir in unserem Spatzennest den einen oder anderen Punkt einfahren werden."

Der flinke 21-jährige Linksaußen hat ein ausgebufftes Wurfrepertoire, hat im Abschluss jedoch noch Steigerungspotenzial. "Ich weiß, dass ich dort meine Baustelle habe." Coach Carstens macht sich dahingehend keinerlei Sorgen: "Haini ist noch jung und darf sich verworfenen Bälle nicht so zu Herzen nehmen. Er ist zudem ein richtig guter Abwehrspieler, kann extrem und hoch und weit springen und fliegt förmlich durch die Halle." Er wird mit Alessandro Aiello um eine Position buhlen, doch der Erfolg des Teams steht für ihn klar im Vordergrund. Hain: "Bei uns im Team gibt es keine Missgunst."
Vorzeige-Nienburger Nico Fiebiger

Nico Fiebiger ist ein Vorzeige-Nienburger, durchlief die gesamte Jugendlaufbahn bei der HSG Nienburg, startete bei den Bambinis der Holtorfer SV. Der Jurastudent wohnt in Göttingen und kann daher nicht alle Teile der Vorbereitung vollends mitmachen, trotzdem freut er sich riesig, dass er den Sprung in die Erstvertretung gemeistert hat und das das Abenteuer dritte Liga gemeinsam mit seinen Weggefährten angehen kann.

Fiebigers Spiel lebt von seiner unermüdlichen Mentalität, er leitet seine Vordermänner an und spricht viel. Seine Führungsqualitäten wird er bei der HSG früher oder später unter Beweis stellen können, muss sich derzeit auf der Mittelposition hinter Leistungsträger Steve Kählke anstellen. Auch Vater Sven lief einst für die HSG auf, Sohnemann Nico wird es ihm ein paar Ligen höher nachmachen.

"Nico ist ein absolut mannschaftsdienlicher Spieler. Ich könnte ihn nachts um drei anrufen und er würde für das Spiel am nächsten Tag zusagen. Er hat lange darauf hingearbeitet und es freut mich, ihm im Team zu haben", sagt Thomas über den 20-Jährigen.

Routiniers Sören Fennekoldt und Steffen Kaatze

2021 wurden Steffen Kaatze und Sören Fennekoldt eigentlich bereits verabschiedet, die beiden langjährige HSG-Akteure wollten ihre Laufbahn beenden. Coronabedingt wurde ihre letzte Saison jedoch frühzeitig abgebrochen. Mit jeweils einem Einsatz im Meisterjahr fanden beide Spieler nun dennoch einen versöhnlichen Abschluss.

Fennekoldt stand im Saisonfinale gegen Rotenburg im Kader, da "Traktor" Malte Grabisch verletzungsbedingt ausfiel. Der 29-Jährige kam auf einige Minuten und erzielte sogar einen Treffer. "Es hat mich für Sören riesig gefreut und er war für einen Einsatz sofort Feuer und Flamme", so Thomas.
Fennekoldt musste seine Handball-Laufbahn aufgrund von anhaltenden Schulterproblemen beenden, blieb jedoch immer mit seinen Teamkollegen in Kontakt. Der Fitnessfanatiker übernimmt aktuell während der laufenden Vorbereitung die Aufgabe des Athletiktrainers.

Steffen Kaatze reiste im letzten Auswärtsspiel zur TSG Hatten-Sandkrug mit. Auf den Routinier war sofort Verlass: In der Abwehr packte er energisch zu und trug maßgeblich zum Erfolg des Teams bei. Thomas: "Steffen hat nie den Bezug verloren, ist in der Mannschaft absolut akzeptiert und die Jungs freuen sich jedes Mal, wenn er dabei ist."


Textquelle: "Die Harke"

Zurück

 
 
 
 
   expand_more
expand_less
chevron_leftZurück