Erneute Derby-Niederlage für die HSG Nienburg
Handball-Regionalliga: "Meerbachspatzen" halten lange mit - stehen am Ende aber ohne Punkte da
Auch beim zweiten Derby innerhalb von einer Woche beim MTV Großenheidorn halten die Regionalliga-Handballer der HSG Nienburg um Trainer Tobias Naumann lange mit,fahren aber letztendlich ohne Punkte zurück an die Weser - 28:35 (16:16). Knackpunkt in Wunstorf waren zwei Überzahl-Situationen, die die HSG nicht für sich entscheiden konnte.
Der Tabellenzweite empfing den Zwölften - auf dem Papier eine klare Angelegenheit. Doch Derbys haben bekanntlich ihre eigenen Gesetze, und so reiste die HSG nicht nach Wunstorf, um die Punkte frühzeitig unter den Großenheidorner Weihnachtsbaum zu legen. Die Naumann-Sieben hat nichts zu verschenken - und genau so trat sie in den ersten 30 Minuten auf.
Selbstbewusst und energisch starteten die Gäste in die Partie. Weder ein 2:4- noch ein 3:6-Rückstand warf die HSG aus der Bahn. Mit einem 3:0-Lauf drehte Nienburg die Begegnung zum 7:6. Rückraumspieler Anton Borowski traf viermal, ehe Großenheidorn ihn durch Sonderbewachung aus dem Rhythmus nahm.
Ein temporeiches Spiel prägte die ersten 15 Minuten - beide Teams schalteten schnell um, gönnten sich keine Verschnaufpause. Nach 19 Minuten stand es 10:10. Die Gastgeber hatten leichte Vorteile, zogen drei Minuten vor der Pause auf 16:13 davon, doch die "Meerbachspatzen" egalisierten den Rückstand bis zur Pausensirene - 16:16. Für Naumann war die erste Halbzeit "nahezu perfekt". Mit dem zweiten Abschnitt konnte er dagegen nicht zufrieden sein.
In Halbzeit zwei bietet sich ein anderes Bild
Bis zur 42. Minute blieb Nienburg dran. Beim Stand von 25:23 kassierte Großenheidorns Leander Pietsch eine Zeitstrafe - eine Einladung für die HSG, den Anschluss herzustellen. Doch Naumann spricht von "dem unerwarteten Knackpunkt": Statt den Vorteil zu nutzen, kassierte seine Sieben einen 0:3-Lauf. "Wir sind da nicht abgeklärt genug und machen die Wurfsituationen, die wir bekommen, nicht rein."
Großenheidorn zog über 29:23 und 31:23 - erneut in Überzahl für die HSG nach einer Zeitstrafe gegen Bastian Weiß - uneinholbar davon. "Wir kämpfen bis zum Ende, aber sechs Tore sind ein großes Brett. Wir haben nah am Limit gespielt und ich bin zufrieden. Die Jungs haben das super gemacht."
Positives nimmt Naumann dennoch mit: "Wir hatten die Möglichkeit, hier etwas Zählbares mitzunehmen. Wir haben 40 Minuten einen super Wettkampf geliefert. Die Überzahlen haben uns am Ende den Zahn gezogen. Wer das Spiel gesehen hat, weiß, dass mehr drin gewesen wäre." Besonders lobte er Spielmacher Paul Hildebrandt, der nach einem Infekt noch nicht bei 100 Prozent war, die Rot-Schwarzen aber in Abwehr und Angriff stabilisierte.
Durch die Niederlage tauscht die HSG in der Tabelle mit dem TV Cloppenburg die Plätze und rutscht auf Rang 13 (erster Abstiegsplatz) ab. Am kommenden Samstag kommt mit dem VfL Hameln ein starker Aufsteiger in die Nienburger Meerbachhalle, derzeit mit 12:10 Punkten Fünfter.
Statistik:
Buschhorn 1 geh. 7m, Lüdersen - Naumann 7, Borowski 4, Meyer 4, L.Schwermann-Jäger 3, Bergmann 3/1, Hildebrandt 2, Kühlcke 2, Fiebiger 1, Lengauer 1, Meierhans 1, Hain
Siebenmeter: 3/4 - 1/2
Zeitstrafen: 2 - 1 (L.Schwermann-Jäger)
Spielfilm: 4:2, 7:6, 10:10, 15:12, 16:16 (30.); 20:18, 24:22, 27:23, 31:23, 34:26 (60.)
Textquelle: "Die Harke"
