HSG Nienburg in Northeim chancenlos
Handball-Regionalliga: "Meerbachspatzen" verlieren am Sonntagabend 26:45
So eine deutliche Niederlage (26:45) hatte Tobias Naumann, Trainer der Regionalliga-Handballer der HSG Nienburg, beim Northeimer HC nicht erwartet. Doch als sich sein Angriffsmotor und Abwehrchef Paul Hildebrandt am Morgen krankmeldete, war ihm klar: Viel durfte an diesem Tag nicht mehr schiefgehen.
Bis zum 3:3 (4.) hielten die Nienburger mit, ehe die Gastgeber mit einem 3:0-Lauf davonzogen. Lediglich ihrem starken Torhüter Tim Buschhorn hatten sie es zu verdanken, dass das Spiel zunächst offen blieb. Northeim zeigte von Beginn an die bessere Form, setzte die HSG-Abwehr permanent unter Druck und nutzte jeden Fehler konsequent aus - und davon gab es reichlich. Beim Stand von 11:6 (14.) nahm Naumann seine erste Auszeit und stellte auf eine 5:1-Deckung um, schickte Nico Fiebiger an die Spitze. Kurz darauf verletzte sich Lasse Kock am Fuß, und Naumanns Sorgenfalten wurden tiefer.
Der Favorit spielte seine Routine souverän aus. Selbst eine doppelte Überzahl der HSG brachte die Northeimer nicht aus dem Konzept. Drei Sekunden vor der Pause sah Finn Kühlcke nach einem Foul die Rote Karte - der nächste Rückschlag. "Wenn dir drei Stammspieler fehlen, kannst du das nicht kompensieren", sagte Naumann nach dem Schlusspfiff.
Ein kurioser Wechselfehler führte zudem zu einer weiteren Zeitstrafe, sodass die arg gebeutelten "Meerbachspatzen" in doppelter Unterzahl in die zweite Hälfte starteten. Der Rückstand war da bereits deutlich, und auch nach dem Wechsel verteidigten die Nienburger phasenweise zu passiv. "Wir haben das Spiel aber nicht weggeschenkt", lobte Naumann zumindest die Einstellung seiner Mannschaft.
Die Northeimer blieben fokussiert, bauten den Vorsprung weiter aus und ließen keine Zweifel am Ausgang aufkommen. Nach 34 Minuten stand es 25:15, und die Verunsicherung im HSG-Team wuchs. In der 38. Minute kam Jonas Lüdersen ins Tor, parierte gleich stark, konnte die klare Niederlage aber letztlich ebenfalls nicht verhindern. Über 30:17 (40.) und 38:21 zwölf Minuten vor Schluss sehnten die Nienburger nur noch den Abpfiff herbei.
"Das war das erwartet schwere Spiel - Northeim hat andere Ansprüche", resümierte Naumann. "Für uns ist das kein Genickbruch. Die Voraussetzungen waren heute einfach nicht gut. Gegen Cloppenburg am nächsten Samstag müssen wir allerdings wieder anders auftreten."
Statistik:
Buschhorn, Lüdersen - Kock 2/1, Borowski 8, Meierhans 2, Naumann 6, Meyer 2 , Bergmann 1/1, Fiebiger 3/1, Hain 2/1, Kühlcke, Lengauer
Siebenmeter: 2/2 - 4/7
Zeitstrafen: 4 - 2 (Kühlcke, Naumann)
Rote Karte ohne Bericht: Kühlcke (30.)
Spielfilm: 3:6, 11:6, 15:11, 20:13, 22:14 (30.); 25:15, 30:17, 40:23, 41:26, 45:26 (60.)
Textquelle: "Die Harke"
