HSG Nienburg plant mitten im Abstiegskampf für die Zukunft
Handball-Regionalliga: Vor dem Spiel beim TVdH Oldenburg stehen Abschiede, Verlängerungen und ein Torjäger-Neuzugang fest
Rund um die Handballer der HSG Nienburg ist im Moment viel los: Neben dem Abstiegskampf in der Regionalliga laufen die Personalplanungen für die kommende Saison. "Wir müssen im Moment klassenunabhängig planen, das ist schwierig - für uns und für die Spieler", sagt HSG-Trainer Tobias Naumann. Nachdem die Nienburger in diesem Jahr ungeschlagen und näher an die Nichtabstiegsplätze herangerückten sind, kommt vor dem Spiel am Samstag (Anwurf 18.30 Uhr) beim TVdH Oldenburg Bewegung in die Kaderplanung. Naumann "Die Ergebnisse geben uns das Gefühl, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Jetzt wollen wir da weitermachen und positiv bleiben."
Zwei schmerzhafte Abgänge
Dabei müssen die "Meerbachspatzen" zwei Abgänge verkraften. Mit Anton Borowski (68 Saisontore) und Jakob Naumann (63 Treffer) verlieren die Rot-Schwarzen im Sommer ihre erfolgreichsten Torschützen - ausgerechnet auf derselben Position. Beide sind im linken Rückraum zuhause und prägten das Offensivspiel der HSG in der bisherigen Saison. "Stand jetzt sind es unsere beiden Topscorer, die gehen - das ist extrem schwer aufzufangen", sagt Naumann. Der junge Borowski möchte eine Handballpause einlegen, einen Vereinswechsel strebt er nicht an, sein Pass bleibt bei der HSG. "Anton braucht eine Pause. Ob das für immer ist oder nicht, wissen wir nicht. Der Spaß ist ein bisschen verloren gegangen", erklärt der Trainer.
Sommerneuzugang und Trainersohn Jakob Naumann wird den Verein nach einem Jahr verlassen. Der Rückraumspieler pendelte aus Bremen nach Nienburg, der zeitliche Aufwand wurde zu groß. Wohin es ihn zieht und in welcher Liga er künftig spielt, ist offen. Für die HSG sind die Abschiede von Naumann und Borowski ein herber Verlust - beide standen in allen 16 Partien auf der Platte und trugen einen Großteil der offensiven Verantwortung.
Gleichzeitig gibt es positive Nachrichten: Paul Hildebrandt hat seinen Vertrag verlängert. "Paul ist für uns extrem wichtig, in beide Richtungen", sagt Naumann. Ebenfalls verlängert hat Luis Lengauer, der vor einem Jahr zur HSG gestoßen war. Zwar taucht der vielseitig einsetzbare Rückraumspieler nicht weit oben in der Torschützenliste auf, gilt intern aber als Schlüsselspieler. "Luis ist defensiv brutal wichtig und im Angriff vielseitig einsetzbar. Er spielt auch mal auf ungewohnten Positionen und macht das richtig gut", sagt der Trainer.
Eine weitere wichtige Personalie ist die Verlängerung von Lasse Kock. Der Rückraumspieler war seit November durch eine Fußverletzung außer Gefecht gesetzt und fehlte der HSG über Monate. Zuletzt stand er im Kader und sammelte vorsichtig Spielminuten. "Lasse hat uns extrem gefehlt, weil er vor der Verletzung gut drauf war", sagt Naumann. Nun sei er langsam ins Training eingestiegen. Die Hoffnung im Lager der Rot-Schwarzen ist groß, dass Kock Schritt für Schritt an sein Leistungsniveau anknüpfen kann. Alle drei Verlängerungen gelten klassenunabhängig. "Das ist ein wichtiges Zeichen für uns."
Darüber hinaus steht mit Torben Böhlke ein Neuzugang fest. Der Rückraumakteur kommt von der HSG Auhagen/Stadthagen und sorgt in der laufenden Saison in der Landesliga für Furore. Mit 121 Toren ist Böhlke bester Werfer der Liga, in der die HSG-Zweitvertretung auf Torejagd geht. Naumann: "Er ist nicht der klassische 1,90-Meter-Rückraumschütze, aber er spielt einen guten Ball, hat eine gute Übersicht und Ideen. Er kann uns helfen", sagt Naumann. Der Rechtshänder hat im Probetraining einen positiven Eindruck hinterlassen.
Offen sind mehrere Personalien: Bei den beiden Torhütern Tim Buschhorn und Jonas Lüdersen laufen ebenso Gespräche wie bei den Kreisläufern Alexander Päßler und Conrad Meierhans.
Spiel in Oldenburg
Sportlich steht für die HSG am Samstagabend eine hohe Hürde an. Gastgeber TVdH Oldenburg rangiert mit 19:13-Punkten auf Platz fünf der Regionalliga, während die Nienburger mit 8:24 Zählern Vorletzter sind. Das Hinspiel Mitte September ging in der Meerbachhalle mit 40:23 an die Oldenburger. "Da haben wir ordentlich eine auf die Mütze bekommen", sagt Trainer Naumann.
Oldenburg komme weniger über einen Topscorer, sondern über mannschaftliche Geschlossenheit. "Sie sind schwer auszurechnen, kommen über eine kompakte, körperlich starke Abwehr mit einem guten Torhüter dahinter und viel Tempo über die erste und zweite Welle", sagt der HSG-Coach. Die Oldenburger haben laut Naumann auch Qualitäten im Positionsangriff. "Um dort bestehen zu können, brauchen wir eine Top-Leistung." Die besten TVdH-Torschützen sind Simon Stoehr (63 Tore), Leonard Fischer (52) und Simon Bennet Mayer (50)
Die HSG Nienburg reist mit neuem Selbstvertrauen an. Naumann: "Wir haben gesagt, wir müssen ins obere Regal greifen und uns da Punkte holen." Trotz angespannter Personalsituation ist der Glaube da. "Wir werden uns zerreißen, um in Oldenburg etwas mitzunehmen." Fehlen werden Johannes Hain (verletzte sich beim Warmmachen gegen Grüppenbühren an der Wade) und Conrad Meierhans (im Training umgeknickt). Nico Fiebiger und Anton Borowski sind mit Erkältungen fraglich.
Textquelle: "Die Harke"
