HSG NIENBURG | Meerbachspatzen

Helge Nußbaum HSG Nienburg stoppt Negativserie - Heimsieg bleibt aber aus

Handball-Regionalliga: "Meerbachspatzen" erkämpfen sich beim 28:28 gegen Alfeld einen wichtigen Punkt

Die Negativserie ist beendet, die ganz große Erlösung in der Nienburger Meerbachhalle lässt aber weiter auf sich warten. Im ersten Spiel nach der Weihnachtspause hat die HSG Nienburg in der Handball-Regionalliga ein wichtiges Lebenszeichen gesendet. Beim 28:28 (16:17) gegen den SV Alfeld holten die "Meerbachspatzen" im heimischen "Spatzennest" einen Punkt, der im Abstiegskampf hilft - sich nach dem Abpfiff aber dennoch eher wie eine verpasste Chance anfühlte.

HSG lässt Möglichkeiten aus

Die Ausgangslage war klar: Vorletzter gegen einen Gegner auf Augenhöhe aus dem Tabellenmittelfeld, vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer, dazu sieben Niederlagen in Serie. Entsprechend angespannt war die Atmosphäre in der Meerbachhalle, entsprechend groß aber auch die Hoffnung, mit dem Jahresauftakt endlich einen neuen Weg einzuschlagen. Und die Rot-Schwarzen lieferten früh Argumente dafür, dass sie diese Situation angenommen haben. Nachdem HSG-Kapitän und Kreisläufer Kai Bergmann früh vom Siebenmeterpunkt scheiterte, erzielte Johannes Hain das erste Tor der Partie. Bis zur zehnten Minute (6:5 für Alfeld) wechselte die Führung mehrfach hin und her.

Doch ab Minute zwölf begann eine Phase mit deutlich mehr Spielanteilen für die Nienburger. Treffer von Anton Borowski, Hain, Bjarne Niemeyer und Finn Kühlcke sorgten für eine 10:7-Führung, die dem Spiel erstmals klar den Stempel der "Meerbachspatzen" aufdrückte. Die HSG-Abwehr arbeitete aufmerksam, verschob gut im Verbund und zwang Alfeld zu Würfen aus schwierigen Positionen. "Wir haben uns viel vorgenommen und das auch gut umgesetzt", sagte HSG-Trainer Tobias Naumann nach dem Spiel im HARKE-Gespräch.

Doch wie so oft in dieser Saison gelang es den Nienburgern nicht, diese Phase in etwas Zählbares umzumünzen. Statt weiter Druck zu machen, schlichen sich Ungenauigkeiten ein. Freie Würfe blieben liegen, einfache Ballverluste brachten die Gäste zurück ins Spiel. Alfeld nutzte diese Nachlässigkeiten konsequent, kam Tor um Tor heran und drehte die Partie kurz vor der Pause. Trotz weiterer Treffer vom starken Borowski - bester Werfer des Abends mit sieben Toren - ging Nienburg mit einem knappen 16:17-Rückstand in die Kabine.

"Wir hatten vor der Halbzeit die Möglichkeit, auf vier Tore wegzugehen", ärgerte sich Naumann. "Aber wir machen die freien Dinger nicht rein. Das ist genau das, was passiert, wenn du unten drin stehst. Dann fehlt manchmal die letzte Sicherheit und Abgezocktheit."

Nienburg bleibt dran

Auch nach dem Seitenwechsel zeigte sich ein vertrautes Bild: Erst zwei Gegentore zum 16:19, dann kamen die "Meerbachspatzen" engagiert zurück, glichen durch Borowski und Kühlcke aus, ehe Bergmann die Gastgeber wieder in Führung brachte (20:19, 38.). Die Halle war da, die Stimmung spürbar besser als noch vor der Pause. Die Nienburger wirkten entschlossen, wollten dieses Spiel unbedingt ziehen - doch Alfeld blieb stabil und ließ sich nicht abschütteln.

Defensiv hatte die HSG vieles richtig gemacht. Die gefährlichen Alfelder Topscorer Sören Lange und Fynn Thorge Risch wurden über weite Strecken gut kontrolliert, die Halbpositionen aggressiv verteidigt. Probleme bereitete den Gastgebern vor allem Knut Stasch (6 Tore) aus der Rückraum-Mitte, der immer wieder Lücken fand und die Partie offenhielt. Naumann: "Sechs gute Leute kann man nicht gleichzeitig verteidigen. Aber insgesamt war das defensiv ein Schritt nach vorne."

Je länger die Partie dauerte, desto mehr wurde sie zu einem Nervenspiel. Alfeld nutzte eine kurze HSG-Schwächephase und ging in der Schlussphase mit zwei Toren in Führung (27:25, 55.). Im "Spatzennest" drohte die nächste bittere Enttäuschung - doch diesmal bäumten sich die "Meerbachspatzen" auf und bekamen noch einmal Wind unter die Flügel.

Lasse Kock übernahm Verantwortung vom Siebenmeterpunkt, Bjarne Niemeyer traf zum Ausgleich, ehe Finn Kühlcke mit viel Entschlossenheit das umjubelte 28:28 erzielte. Der letzte Angriff der Gäste verpuffte, der Punkt war gesichert - und mit ihm zumindest ein kleines Stück Erleichterung. Die Nienburger hatten sogar noch zwei Sekunden für einen Gegenangriff, doch der letzte Freiwurf von Routinier Steve Kählke ging über das Tor. "Am Ende nehmen wir den Punkt mit. Wir brauchen jeden Zähler", sagte Naumann. "Natürlich hätten wir das Spiel auch gewinnen können. Aber nach unserer Negativserie ist das erstmal ein Erfolgserlebnis."

Unterm Strich bleibt ein Remis, das Mut macht. Die Negativserie ist gestoppt, der Rückstand zum rettenden Ufer wächst jedoch weiter, denn der TuS GW Himmelsthür gewann mit 37:28 gegen den VfL Hameln - nun sind es fünf Punkte Rückstand auf die SG Achim/Baden und den TuS GW Himmelsthür. Das Vorspiel der Landesliga-Handballerinnen der HSG Nienburg gegen die HSG Deister Süntel wurde am Samstagabend übrigens aufgrund der Witterungsbedingungen kurzfristig abgesagt. Auch die Landesliga-Handballer der HSG mussten am Sonntag ebenfalls nicht beim TuS GW Himmelsthür II antreten.

Statistik:

Buschhorn 1 geh. 7m, Rosinski - Päßler, Fiebiger, Kählke, Bergmann 5, Hain 6, Kühlcke 5, Hildebrandt 1, Meyer, Borowski 7, Niemeyer 2, Meierhans, Naumann 1, Kock 1/1

Siebenmeter: 1/2 - 2/3

Zeitstrafen: 3 (Bergmann, Borowski, Meierhans) - 2

Spielfilm: 4:3, 5:6, 10:7, 14:11, 16:17 (30.); 16:19, 20:19, 23:22, 25:27, 28:28 (60.)


Textquelle: "Die Harke"

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