HSG NIENBURG | Meerbachspatzen

Philipp Keßler Jubel, Tränen, Emotionen

Handball-Regionalliga: HSG Nienburg siegt 41:35 gegen den SV Alfeld und verabschiedet vier Spieler

Beinahe schon traditionell stand das letzte Heimspiel der Saison für die HSG Nienburg ganz im Zeichen des Abschieds. Nachdem vor zwei Jahren beispielsweise Meistertrainer Carsten Thomas oder im vergangenen Jahr Leistungsträger wie Lars Bergmann oder Marin Wrede verabschiedet wurden, ging es auch dieses Mal nicht um irgendwelche Spieler, sondern um die beiden Mannschaftskapitäne Malte Grabisch und dessen Co Steve Kählke. Zuvor stand aber noch die Partie gegen den SV Alfeld an, den die "Meerbachspatzen" mit 41:35 (23:18) besiegten.

Die Nienburger Meerbachhalle bebte bereits, da war die Partie noch nicht einmal angepfiffen worden. Neben den beiden Leadern ließen schließlich auch Bjarne Niemeyer und Ludwig Meierhans ein letztes Mal für Rot-Schwarz auf die Platte. Die Weserstädter nutzten die Euphorie ab der ersten Sekunde, stellten durch Doppelpacker Johannes Hain schnell auf 2:0. Vor allem Keeper Tim Buschhorn sorgte mit mehreren Paraden einmal mehr dafür, dass das Polster zu den Gästen mehr und mehr anwuchs.

Zwar glich Alfeld zwischenzeitlich zum 3:3 aus, nachdem sich Kählke standesgemäß mit einer Zeitstrafe in der Begegnung angemeldet hatte (5.). Doch Niemeyer sorgte mit seinem ersten Treffer an diesem Abend schnell wieder für die Führung (7.). Nach rund 13 Minuten war es ebenfalls Niemeyer, der erstmals einen Fünf-Tore-Vorsprung besorgte (10:5).

Diesen Abstand konnte Rot-Schwarz in den Folgeminuten konstant halten und fand auf jeden Treffer des SVA stets eine passende Antwort. Völlige Ekstase war allerdings nach etwa 20 Minuten angesagt, denn "Traktor" Grabisch tankte sich durch und stellte mit seinem ersten Tor im Abschiedsspiel auf 15:10.

Schon früh zu stark gefeiert? Alfeld verkürzte daraufhin auf 12:15, sodass HSG-Coach Tobias Naumann erst einmal seine erste Auszeit nahm, um seine Jungs wieder etwas zu beruhigen. Das klappte und Paul Hildebrandt, Conrad Meierhans und Niemeyer sorgten für die Tore zum zwischenzeitlichen 19:15 (25.). Nach einer weiteren Buschhorn-Parade war der Weg endlich frei für Steve Kählke, der ebenfalls seinen Abschlusstreffer markieren durfte (20:15). Kurz darauf ging es beim Stand von 23:18 in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel ging es ähnlich weiter. Die Hausherren ließen keine Zweifel daran, ihr letztes Heimspiel mit einem Sieg zu beenden und den Alfeldern fiel insgesamt zu wenig ein. Selbst in doppelter Unterzahl behielt die HSG die Nerven und den SVA im Griff. Ein Happy-End erlebte auch Keeper Ludwig "Ulli, mach mal ein Bier auf" Meierhans, der mit mehreren Paraden und einem gehaltenen Siebenmeter ebenfalls einen gelungenen Abschied hinlegte.

So hielt das Tore-Polster bis zum Schluss. Das letzte Wort hatte Steve Kählke, der kurz vor Feierabend einen Strafwurf zum verdienten 41:35-Endstand in die Maschen zimmerte. Und weil die Konkurrenz im Abstiegskampf jeweils verlor, rückte die HSG mit diesem Erfolg auch in der Tabelle am Lehrter SV vorbei und kommt damit Coach Naumanns ziel deutlich näher, nicht nur am Grünen Tisch, sondern auch sportlich die Klasse zu halten.

Die zahlreichen HSG-Fans benötigten im Anschluss noch gutes Sitzfleisch, denn bei den Verabschiedungen packte Hallensprecher Reiner Hillebrandt in gewohnter Art und Weise etliche alte Geschichten und Anekdoten aus dem Nähkästchen aus. Neben den vier genannten Spielern sagte auch Co-Trainer und "HSG-Inventar" Thomas Schulz "Ciao". Er verlasse zwar die Trainerbank, bleibe dem Verein aber erhalten. Trotzdem rang er mit den Tränen: "Ich hätte mir damals nie ausgemalt, was hier passieren würde."

Besonders ausführlich verabschiedete Hillebrandt - ganz logisch - Steve Kählke und Malte Grabisch, die den Handball im Kreis und bei der HSG über Jahre hinweg geprägt haben. Beide erhielten als Abschiedsgeschenk Trikots, die zur Hälfte aus dem Stoff des Jerseys ihres Stammvereins bestanden - SCB Langendamm bei Kählke, SV Aue bei Grabisch. Beide dankten den vielen Anhängern, ihren Familien und den langjährigen Weggefährten für die geniale Zeit.

Statistik:

L.Meierhans 1 geh. 7m, Buschhorn - Grabisch 2, Bergmann 1, Hain 2, Niemeyer 8, Hildebrandt 4, Meyer 2, Borowski 9, Kählke 6/2, C.Meierhans 2, Walther 2, Päßler 2, Kock 1

Siebenmeter: 2/2 - 4/5

Zeitstrafen: 8 (Bergmann 2x Hain 2x, Grabisch, Kählke, Niemeyer, C.Meierhans) - 4

Spielfilm: 2:0, 3:3,10:6, 13:9, 18:15, 23:18 (30.); 31:25, 41:35 (60.)


Textquelle: "Die Harke"

Zurück

 
 
 
 
   expand_more
expand_less
chevron_leftZurück