HSG NIENBURG | Meerbachspatzen

Helge Nußbaum
"Meerbachspatzen" werden gerupft

3.Handball-Liga: HSG Nienburg bekommt von der HSG Ostsee die Grenzen aufgezeigt - 23:32

Die Enttäuschung stand den Handballern der HSG Nienburg am Sonntagabend nach der Schlusssirene in der Meerbachhalle ins Gesicht geschrieben. Die 3.Liga-Heimpremiere in ihrem "Spatzennest" hatten sich die "Meerbachspatzen" deutlich anders vorgestellt. Am Ende mussten die Jungs von HSG-Trainer Carsten Thomas jedoch auch akzeptieren, dass die HSG Ostsee Neustadt/Grömitz an diesem Tag eine Nummer zu groß war. Nach der derben 23:32 (10:16)-Niederlage bekamen sie dennoch Applaus von den zahlreichen rot-schwarzen Fans, der zumindest aufbauenden Charakter hatte.

Grabisch muss passen

Die erste Hiobsbotschaft hatte Nienburgs Übungsleiter Carsten Thomas schon einen Tag vor der Begegnung zu verdauen: Malte Grabisch musste mit einer starken Erkältung passen. Dabei hatte sich der Kapitän und Toptorschütze der Rot-Schwarzen im HARKE-Interview Tage zuvor noch eine volle Halle gewünscht und klang sehr optimistisch, dass gegen die Sieben von der Ostsee etwas Zählbares herausspringen könnte.

Ohne ihn, Kreisläufer Kai Bergmann (privat verhindert) und Paul Hildebrandt (Schulterverletzung) fehlten Thomas gleich drei wichtige Eckpfeiler für seine Startsieben. Immerhin kann der Coach vorerst auf die Dienste von Routinier Steffen Kaatze bauen, der sich nach der Verletzung von Hildebrandt bereiterklärte, vorerst auszuhelfen. "Es ist einfach schwer für uns, solche Ausfälle Eins-zu-eins zu kompensieren. Bei der HSG Ostsee hat man einfach keinen Qualitätsunterschied gemerkt, egal wer da auf der Platte stand", sagte Thomas nach der Partie im HARKE-Gespräch.

Dabei liefen die ersten 20 Minuten gar nicht so verkehrt für die "Meerbachspatzen": Conrad Meierhans (3.) und Finn Kühlcke (6.) brachten die HSG mit 2:0 in Front, hinten packte der Deckungsverbund gut zu und Keeper Matthias Ende war auch zur Stelle - er musste erst nach sieben Zeigerumdrehungen das erste Mal hinter sich greifen. In der 13.Minute gingen die Gäste dann durch Piet Möller erstmals in Führung - er brachte es am Ende mit neun Treffern auf die meisten beider Teams. Nur noch einmal sollten die Nienburger in der Folge in Front liegen: Steve Kählke erzielte zwei schnelle Treffer zum 7:7 (17.) und 8:7 (19.). Nun zogen die Jungs von der Küste die Zügel allerdings an und marschierten bis zur Pause auf 16:10 davon.

Nienburg neun Minuten ohne Tor

Auch nach dem Seitenwechsel leuchteten die ersten beiden Tore auf der Anzeigetafel wieder für die Gäste auf - 18:10. Erst Kühlcke erlöste seine Farben nach neun Minuten ohne Tor mit dem 11:18 (33.). Die Messe war in dieser Phase allerdings schon weitestgehend gelesen. Die HSG Ostsee ließ Kählke fast gar nicht mehr ins Spiel kommen und er fand kaum noch Lücken für seine wuchtigen Würfe. Es fehlte schlichtweg die Durchschlagskraft in der gesamten rot-schwarzen Offensive.

Anders agierte der etablierte Drittligist von der Küste. In der Abwehr waren sie griffig, in der Offensive zauberten sie eine enorme Geschwindigkeit auf die Platte. Sie zeigten in Nienburg die Art von Tempospiel, mit der die "Meerbachspatzen" in der vergangenen Saison noch durch die Oberliga geflogen waren. Thomas: "Man muss anerkennen, dass sie uns einfach überlegen waren, auch körperlich. Wir haben unsere Grenzen aufgezeigt bekommen."

Die Rot-Schwarzen liefen im Prinzip nur noch hinterher, ließen zu viele freie Würfe zu, fabrizierten leichte Abspielfehler und kamen einfach nicht mehr heran. Das 23:32 ging auch in der Höhe vollkommen in Ordnung. Kaatze: "Das Tempo war heute schon enorm, daran müssen wir uns erst einmal gewöhnen."

Statistik:

Ende, L.Meierhans, Buschhorn - Hain, Kühlcke 4, Niemeyer, Gudmundsson, Aiello 3, Heßlau 1, Bergmann, Kaatze, Kählke 4, C.Meierhans 4, Wrede 4

Siebenmeter: 0/1 (Kählke verwirft) - 2/2

Zeitstrafen: 3 (L.Bergmann, Kählke, C.Meierhans) - 4

Spielfilm: 2:0, 3:1, 3:3, 4:5, 8:8, 10:11, 10:16 (30.); 10:18, 12:18, 12:20, 14:20, 14:23, 16:25, 19:26, 20:29, 21:30, 23:32 (60.)

Zuschauer: 250

Schiedsrichter: Jannik Weist (Recklinghausen) und Yannik Mühlenberg (Gladbeck)


Textquelle: "Die Harke"

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