HSG NIENBURG | Meerbachspatzen

Philipp Keßler
Meierhans im Doppelpack

3.Handball-Liga: Die Brüder Ludwig und Conrad Meierhans sind bei der HSG Nienburg angekommen

Ihre Jobs im rot-schwarzen Dress sind gänzlich unterschiedlich: Der eine soll Tore verhindern, der andere muss sie machen. Die beiden Brüder Ludwig und Conrad Meierhans sind zwei der vielen Youngster bei der HSG Nienburg. In der 3.Liga standen beide bereits auf der Platte - Keeper Ludwig Meierhans - vor Kurzem 21 Jahre alt geworden - ist bereits Stammspieler. Sein jüngerer Bruder Conrad, wird am 14.Oktober 19 Jahre alt, muss sich am Kreis allerdings gemeinsam mit Constantin von Müller hinter Kai Bergmann anstellen.

Im HARKE-Interview sprechen die beiden Meierhans-Brüder über ihre Vorbilder, den bisherigen Saisonverlauf und das anstehende Spiel gegen den HSV Hannover.

Conrad, Du bist im Sommer aus der A-Jugend-Bundesliga in Verden zur HSG Nienburg in die 3.Liga gewechselt. Wie groß ist der Unterschied?

Conrad Meierhans: Das Körperliche ist im Herrenbereich ganz klar das Präsenteste. Der Unterschied zur Jugend ist enorm, das hätte ich so nicht erwartet. Da werde ich auf jeden Fall noch hineinwachsen müssen, aber das ist mein Anspruch an mich selbst und ich denke, dass das bei der HSG klappen wird.

Kai Bergmann hat zum Saisonstart urlaubsbedingt gefehlt, ist aber dennoch die klare Nummer eins am Kreis. Was kannst Du von ihm lernen?

Conrad Meierhans: Einen besseren Partner am Kreis kann man sich nicht wünschen.Kai spielt unnormal gut für den Rückraum und schaufelt Lücken  für die Mitspieler frei. Wäre er beispielsweise in Altenholz dabei gewesen, könnte ich mir vorstellen, dass wir dort vielleicht gewonnen hätten.

Conrad, Du spielst gleichzeitig auch bei der Zweitvertretung in der Landesliga. Wie kommst Du mit der Doppelbelastung klar? In welchem Team fühlst Du dich aktuell wohler?

Conrad Meierhans: In der 3. Liga werde ich ja in den nächsten Wochen bei Weitem nicht auf meine Minuten kommen, das kann ich bei unserer Zweiten dann aufholen. Ich bin mir sicher, dass ich damit gut zurechtkomme. In der Vorbereitung war ich häufiger bei der Ersten, dort ist mein Spielverständnis dementsprechend etwas besser.

Hast Du ein Vorbild?

Conrad Meierhans: Ja, den kroatischen Kreisläufer Ilija Brozovic von der TSV Hannover- Burgdorf. Der geht immer voran und hat enorm viel Power - da muss ich noch einige Kilos zulegen, um da heranzukommen.

Und wie sieht es mit einem Torhüter-Vorbild bei Dir aus, Ludwig?

Ludwig Meierhans: Früher war es definitiv Silvio Heinevetter, von dem habe ich mir auch die Nummer zwölf abgeschaut. Aber mittlerweile ist es Niklas Landin vom THW Kiel, ein absoluter Weltklassekeeper und es ist unfassbar, was er im Kasten veranstaltet.

Was hast Du dir von Landin abgeschaut?

Ludwig Meierhans: Ich glaube, dass ich doch einen eher ungewöhnlicheren Spielstil habe als Landin, weil ich nicht so groß und eher etwas bulliger bin. Gerade von Außen, die Ecken dichtmachen und solche Dinge, da kann man sich immer wieder einiges abschauen und versuchen zu übernehmen.

Zurück zur HSG. Nach der dritten Niederlage im dritten Spiel war die Stimmung im Bus auf dem Rückweg aus Schwerin vergangenen Sonnabend vermutlich nicht so gut, oder?

Ludwig Meierhans: Nein, natürlich nicht. Dennoch sind wir ja nicht mit der Erwartung aufgestiegen, jedem Gegner gefährlich zu werden. Um beispielsweise die HSG Ostsee in Bedrängnis zu bringen, da würden wir schon einen richtig, richtig guten Tag benötigen. Und auch Schwerin war am Ende eben eine Klasse besser, aber wir haben gut mitgehalten und müssen anhand dieser Erkenntnisse schlauer ins nächste Spiel gehen.

Den ganzen Sommer über haben alle im HSG-Umfeld gerätselt, wie groß der Unterschied zur Oberliga wirklich sein wird und wie eure Chancen aussehen werden. Wie fällt Eure Antwort nach drei Spieltagen aus?

Ludwig Meierhans: Ein paar Teams stehen mit 6:0 Punkten da. Wir, Hamburg und Flensborg haben 0:6 Zähler. Schwerin würde ich auch unten dazuzählen. Meine derzeitige Einschätzung nach einigen Videoanalysen wäre derzeit, dass einige Teams schlagbar sind und wir absolut nicht chancenlos sind. Immerhin haben wir in Altenholz fast etwas Zählbares mitgenommen - jetzt ist Altenholz Spitzenreiter, das sagt doch einiges aus.

Am Sonnabend gastiert der HSV Hannover im "Spatzennest". Wie schätzt Ihr die Hannoveraner ein?

Ludwig Meierhans: Wir werden uns im Laufe der Woche noch Videos vom HSV anschauen. Sie haben überraschend und deutlich in Braunschweig gewonnen, aber ich bin trotzdem davon überzeugt, dass wir unseren ersten Heimsieg einfahren werden. Alle drei bisherigen Gegner kamen nicht gerade aus der näheren Umgebung. Das ist mit Hannover nun anders.

Freut Ihr Euch daher besonders auf das Spiel?

Conrad Meierhans: Ja, das würde ich schon so sagen. Zudem ist ja Altstadtfest und wir hoffen, dass die Halle noch einmal etwas voller wird als bei unserem ersten Drittliga-Auftritt in der Meerbachhalle. Wir werden alles daran setzen, die Punkte in Nienburg zu behalten.

Habt Ihr darüber hinaus Spiele, auf die Ihr Euch schon jetzt riesig freut?

Ludwig Meierhans: Ich habe auf jeden Fall zwei Favoriten: Zum einen das Aufeinandertreffen mit der TSV Burgdorf II um Henrik Kollmeier, mit dem ich noch immer gut befreundet bin. Und zum anderen das Auswärtsspiel in Vinnhorst dürfte ganz speziell werden.


Textquelle: "Die Harke"

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