HSG NIENBURG | Meerbachspatzen

Helge Nußbaum Schwerer Gang zum Tabellenzweiten

Handball-Regionalliga: Vor dem Burgdorf-Spiel verlängern mehrere Leistungsträger der HSG Nienburg

Mit einem echten Härtetest beenden die Regionalliga-Handballer der HSG Nienburg ihr Spieljahr 2025. Am Samstag sind die Meerbachspatzen um 19 Uhr bei der TSV Hannover-Burgdorf II gefordert. Die Reserve des Handball-Bundesligisten "Die Recken" gehört auch in dieser Saison zur Ligaspitze und geht als klarer Favorit in das erste Rückrundenspiel.

Für die "Rot-Schwarzen" um Trainer Tobias Naumann ist es dagegen der letzte Versuch, vor der Weihnachtspause noch einmal ein sportliches Ausrufezeichen zu setzen - das Hinspiel in der Meerbachhalle ging mit 22:39 deutlich verloren.

Schweres Auswärtsspiel

Die tabellarische Ausgangslage spricht eine deutliche Sprache. Burgdorf II rangiert nach 13 absolvierten Spielen mit 22:4-Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz und mischt kräftig im Aufstiegsrennen mit. Die HSG Nienburg steckt hingegentief im Tabellenkeller fest. Mit 5:21-Punkten ist sie aktuell Vorletzter und damit erster Absteiger. Der Rückstand auf den rettenden Rang beträgt allerdings nur zwei Zähler, den derzeit der TV Cloppenburg mit 7:19-Punkten innehat. Jeder Punkt zählt für die Nienburger, doch ausgerechnet zum Jahresabschluss wartet eines der schwersten Auswärtsspiele der gesamten Saison.

Die Qualität der Gastgeber zeigt sich vor allem im Angriff. Mit Thorge Lutz stellt die TSV Burgdorf II den drittbesten Torschützen der gesamten Regionalliga. In lediglich zwölf Einsätzen erzielte der Rückraumspieler bereits 99 Treffer und ist der Dreh- und Angelpunkt im Offensivspiel der "Recken-Reserve". Ihm zur Seite steht Johannes Tiel, der mit 77 Toren ebenfalls zu den Leistungsträgern gehört und ligaweit auf Platz 13 der Torjägerliste geführt wird. Diese Offensivpower muss die Nienburger Defensive um Paul Hildebrandt eindämmen, wenn sie in Hannover bestehen will.

Dass die Nienburger trotz der angespannten Lage konkurrenzfähig sein können, zeigte der Auftritt in der Vorwoche beim MTV Vorsfelde. Zwar stand am Ende eine 29:34-Niederlage, doch über weite Strecken bot die HSG eine engagierte Leistung. Nach einem Fehlstart und einem frühen 0:4-Rückstand kämpften sich die HSG in die Partie zurück und verkürzten bis zur Pause auf 15:18. In der zweiten Halbzeit drückte Nienburg aufs Tempo, nutzte Fehler der Gastgeber konsequent aus und stellte nach 43 Minuten durch Kai Bergmann sogar auf 23:23. Erst zehn torlose Minuten in der Schlussphase ließen die Partie zugunsten Vorsfeldes kippen. Hinzu kam das Verletzungspech um Conrad Meierhans, der nach einem Zusammenprall mit dem Torhüter am Knie verletzt ausschied.

HSG-Zukunftsplanung läuft

Unabhängig vom Ausgang der Partie in Burgdorf haben die "Meerbachspatzen" in den vergangenen Wochen ein deutliches Signal für die Zukunft gesetzt. Trotz sportlich schwieriger Situation halten die HSG-Verantwortlichen an ihrem langfristigen Kurs fest und setzen konsequent auf Kontinuität. Ein zentrales Zeichen war schon die Vertragsverlängerung mit Cheftrainer Tobias Naumann. Während andere Vereine in vergleichbarer Lage oft den Coach wechseln, bekennen sich die Nienburger klar zum eingeschlagenen Weg und zur gemeinsamen Entwicklung. Naumann genießt intern großes Vertrauen und soll den Verein auch weiterhin sportlich prägen.

Noch wichtiger für die Perspektive sind die frühzeitigen Zusagen mehrerer Leistungsträger. Allen voran bleibt das Kapitänsduo der HSG zusammen. Kreisläufer Kai Bergmann hat seine Zusage für die kommende Saison gegeben und bleibt damit eine feste Größe im Nienburger Spiel. Der 29-jährige gehört seit der Eingliederung des SV Aue Liebenau zur HSG-Erstvertretung und ist sowohl in der Defensive als auch im Angriff kaum wegzudenken. Besonders seine Arbeit in der Innen- und Halbposition sowie seine Übersicht am Kreis machen ihn zu einem wichtigen Baustein - auf und neben dem Feld.

Auch Rückraumspieler Finn Kühlcke bleibt den "Meerbachspatzen" erhalten. Der 25-jährige Linkshänder stammt aus der eigenen Jugend und steht sinnbildlich für den Nienburger Weg, junge Spieler aus den eigenen Reihen an das Regionalliga-Niveau heranzuführen. Kühlcke hatte in den vergangenen Monaten mit Verletzungen zu kämpfen, kämpfte sich aber immer wieder zurück und soll auch künftig für Torgefahr sorgen. Seine Verlängerung ist ein wichtiges Signal in Richtung Mannschaft und Umfeld.

Darüber hinaus haben zwei weitere Eigengewächse ihre Zusage gegeben. Spielgestalter Nico Fiebiger bleibt Teil des Kaders und hat sich unter Naumann im Rückraum Mitte etabliert.

Der 24-jährige durchläuft den Verein seit frühester Kindheit. Auch Linksaußen Johannes Hain bleibt der HSG treu. Der Außenspieler geht damit in seine zehnte Saison im rot-schwarzen Trikot und überzeugt seit Jahren durch Tempo, Einsatzbereitschaft und Variabilität im Abschluss.

Die personellen Weichenstellungen zeigen: Unabhängig von der Ligazugehörigkeit will die HSG Nienburg ihren Weg mit regional verwurzelten Spielern konsequent fortsetzen. Parallel dazu laufen die weiteren Planungen für die kommende Saison auf Hochtouren - sowohl für die Regionalliga als auch für die Oberliga. Zudem hofft die HSG auf die Rückkehr der Langzeitverletzten Alexander Päßler und Lasse Kock, um in der Rückrunde wieder mehr Stabilität zu gewinnen.

Zunächst aber gilt der volle Fokus dem schweren Gang nach Burgdorf. Gegen den Tabellenzweiten braucht es für die Rot-Schwarzen einen nahezu perfekten Auftritt, um etwas Zählbares mitzunehmen.


Textquelle: "Die Harke"

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