HSG NIENBURG | Meerbachspatzen

Helge Nußbaum Spielbericht: HSG NIENBURG vs. HSG Schaumburg

Nienburg zeigt im Derby Moral

Handball-Regionalliga: "Meerbachspatzen" liefern sich torreiches Duell mit der HSG Schaumburg - 37:37

Die HSG Nienburg holte sich im Derby und vorletzten Heimspiel der Handball-Regionalliga einen Achtungserfolg - auch wenn am Ende ein leicht bitterer Beigeschmack blieb. Beim 37:37 (20:15) gegen die HSG Schaumburg zeigten die bereits als Absteiger feststehenden "Meerbachspatzen" über weite Strecken genau das Gesicht, das sich Nienburgs Trainer Tobias Naumann die ganze Saison über gewünscht hatte.

Vor spärlicher Kulisse legten die Rot-Schwarzen los wie die Feuerwehr. Angeführt vom bärenstarken Kapitän und Kreisläufer Kai-Uwe Bergmann (10 Tore) und Jakob Naumann (9) erspielte sich Nienburg früh Vorteile. Nach dem 5:3 (6.) setzte sich die HSG über 10:6 (14.) bis auf 20:13 (27.) ab. "Wir haben in der ersten Halbzeit sehr erwachsen gespielt und gute Lösungen gefunden", lobte Naumann später im HARKE-Gespräch. Tatsächlich wirkte das Angriffsspiel der "Meerbachspatzen" strukturiert, variabel und - vor allem in Halbzeit eins - effizient.

Nach der Pause folgte allerdings doch wieder das, was Naumann schon zu oft in dieser Saison ärgerte: ein Bruch im Spiel. Innerhalb weniger Minuten kippte die Partie. Der Coach der Rot-Schwarzen haderte nach Spielschluss: "Wir haben wieder diese zehn schwachen Minuten drin gehabt, mit vielen weggeworfenen Bällen." Trotz einer frühen Auszeit bekam seine Mannschaft den Lauf der Gäste nicht sofort gestoppt. Schaumburg nutzte die vielen leichten Ballverluste der Heimsieben konsequent, kam sukzessive ran, glich beim 28:28 (46.) aus und ging kurz darauf sogar durch Niklas Knüttel in Führung (33:31, 50.).

Immerhin: Anders als in vielen Spielen zuvor brach Nienburg diesmal nicht komplett ein. Die Partie blieb offen, lebte von Tempo und Toren auf beiden Seiten. In der Schlussphase bewies die heimische HSG Moral. Nach dem 36:37 per Siebenmeter durch Schaumburgs Daniel Bruns übernahm auf der Gegenseite Lasse Kock Verantwortung aus sieben Metern und verwandelte 24 Sekunden vor Schluss nervenstark zum 37:37-Endstand. Naumann: "37 geworfene Tore sind absolut in Ordnung - aber 37 Gegentore, gerade zu Hause, sind einfach zu viel." Unterm Strich blieb ein Punkt, der zeigt, was für die HSG Nienburg in dieser Saison möglich gewesen wäre - wenn über 60 Minuten die Konstanz dagewesen wäre.

Statistik:

Buschhorn (1 geh. 7m), Lüdersen - Bergmann 10, Meyer, J. Naumann 9, Hildebrandt 4, Kock 6/4, Meierhans, Hain 4, Fiebiger 2, Kühlcke 2, Borowski, Lengauer, Päßler

Siebenmeter: 4/4 - 4/5

Zeitstrafen: 2 (Hildebrandt 2x) - 3

Spielfilm: 2:2, 6:4, 10:6, 15:10, 20:15 (30.); 25:22, 30:30, 33:34, 36:37, 37:37 (60.)

Zuschauer: 175


Textquelle: "Die Harke"

Zurück

 
 
 
 
   expand_more
expand_less
chevron_leftZurück