Spielbericht: HSG NIENBURG vs. MTV Großenheidorn
Starker Auftritt bleibt ohne Lohn
Handball-Regionalliga: HSG Nienburg hält gegen Großenheidorn lange mit, verliert aber 26:31
Da wäre mehr drin gewesen für die Regionalliga-Handballer der HSG Nienburg: Nach starker erster Halbzeit kamen die "Meerbachspatzen" im Derby gegen den MTV Großenheidorn nicht mehr heran und verloren mit 26:31 (12:13) - am Ende standen sie erneut ohne Punkte da. HSG-Torhüter Tim Buschhorn zeigte gegen den großen Favoriten eine Glanzleistung und zeichnete sich mit drei gehaltenen Siebenmetern aus.
Die Vorzeichen schienen klar verteilt: Wenn die HSG Nienburg als Tabellen-13. auf den drittplatzierten MTV Großenheidorn trifft, sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache. Unterschiedlicher könnten die Ausgangspositionen kaum sein. Während die Heidorner im oberen Tabellendrittel um wichtige Punkte für den Aufstieg kämpfen, steckt die HSG im unteren Bereich fest und braucht jeden Zähler im Kampf um den Klassenerhalt.
Für das Team aus Nienburg galt am Samstagabend eine klare Devise: Alles reinhauen und möglichst etwas Zählbares mitnehmen. Und ihnen gelang ein Einstand nach Maß: Hinter einer stabilen Abwehr stand ein exzellent aufgelegter Torhüter Tim Buschhorn, der seiner HSG Sicherheit gab. In der Mitte führte Nico Fiebiger, der für den kurzfristig erkrankten Paul Hildebrandt einsprang, mit sicherer Spielführung Regie.
Über 4:4 (9.) und 9:9 (21.) ließen sich die "Meerbachspatzen" nicht abschütteln, sodass der MTV-Trainer Stephan Lux auf die Variante mit dem siebten Feldspieler setzte. Doch diese Taktik ging nach hinten los: Jakob Naumann traf zweimal ins verwaiste Tor und stellte auf 11:9 (24.). Dem begeisterten Publikum in der Meerbachhalle gefiel das. Dieses Polster hätte HSG-Trainer Tobias Naumann auch zur Pause gefallen, doch während Johannes Hain und Finn Kühlcke ihre Zeitstrafen auf der Bank absitzen mussten, zogen die Gäste ihrerseits mit einem Tor an den Spatzen vorbei - 13:12 (30.) für den MTV.
Nach dem Seitenwechsel zeigte Nienburg wieder Nerven, und Tobias Naumann musste schon nach fünf Minuten beim Stand von 14:18 die Notbremse ziehen und eine Auszeit nehmen. Er unterband damit den Offensivdrang des Favoriten, sein Team stabilisierte sich und kam wieder zu klaren Torchancen, die jedoch nicht in Treffer umgemünzt wurden. Über 16:20 (38.), 23:27 (52.) und 24:29 (55.) hielten die Aufstiegskandidaten die HSG über die letzten 25 Minuten der Partie auf Abstand.
"In der ersten Halbzeit war es wie im Hinspiel, da haben wir uns auch gut verkauft - sind zur Halbzeit nur mit einem Tor im Hintertreffen. Dann haben wir bis zur 35. Minute ein paar schlechte Entscheidungen getroffen, liegen mit vier Toren zurück und kriegen es nicht mehr hin, diesen Rückstand aufzuholen", fasste HSG-Kapitän Kai Uwe Bergmann die Niederlage zusammen. Genauso sah es auch Coach Naumann, dem die mehr als 20 (!!) technischen Fehler im Spiel Sorgen bereiteten.
Kurz vor dem Ende verletzte sich dazu noch Conrad Meierhans in einer Offensivaktion am linken Knöchel und musste gestützt den Weg zur Bank antreten. Nach dem Schlusspfiff konnte er aber schon wieder vorsichtig Entwarnung geben. Ob der Kreisläufer beim wichtigen Spiel am kommenden Samstag (Anwurf 16.45 Uhr) in Himmelsthür mitwirken kann, bleibt abzuwarten. Im richtungsweisenden Spiel gegen den Tabellennachbarn zählt nur ein Sieg, um noch Chancen auf das rettende Ufer zu haben. Der HSG-Kapitän gibt die Marschroute vor: "Wir tun das doch alle, weil wir Spaß am Handball haben. Und wir haben immer noch Spaß am Handball - deswegen legen wir nächste Woche gegen Himmelsthür los und holen uns die zwei Zähler - dann ist wieder alles drin."
Statistik:
Buschhorn 3 geh. 7m, Lüdersen - Kühlcke 1, Bergmann 2, Naumann 5, Kock 7/2, Hain 6, Meyer 2, Fiebiger 2, Lengauer 1 Päßler, Meierhans, Borowski
Siebenmeter: 2/2 - 4/7
Zeitstrafen: 4 (Fiebiger, Hain, Kühlcke, Meierhans) - 3
Spielfilm: 4:4, 9:9, 11:9, 12:12, 12:13 (30.); 14:18, 16:20, 20:24, 24:29, 26:31 (60.)
Zuschauer: 225
Textquelle: "Die Harke"
