HSG NIENBURG | Meerbachspatzen

Helge Nußbaum Wenn nicht jetzt, wann dann?

Handball-Regionalliga: HSG Nienburg empfängt Samstag Schlusslicht Grüppenbühren - Sieg im Abstiegskampf ist Pflicht

Wenn nicht jetzt, wann dann? Die Regionalliga-Handballer der HSG Nienburg empfangen nach einwöchiger Pause am Samstagabend um 19.30 Uhr in der Meerbachhalle die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg zum absoluten Kellergipfel - der Vorletzte trifft auf den Letzten. Viel mehr Endspiel-Charakter geht kaum, denn für beide Mannschaften zählt im Kampf um den Klassenerhalt eigentlich nur ein Sieg.

Die Partie bildet zugleich den Abschluss des "Dreier-Heimspieltags" im "Spatzennest". Bereits ab 15 Uhr eröffnen die Landesliga-Handballerinnen den Heimspielreigen, um 17 Uhr folgen die Landesliga-Herren, ehe die Regionalliga den sportlichen Höhepunkt setzt. Entsprechend hofft die HSG auf lautstarke Unterstützung von den Rängen.

Die Rot-Schwarzen von Trainer Tobias Naumann sind nahezu zum Siegen verdammt, um den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze nicht vollends zu verlieren. Fünf Punkte beträgt aktuell der Rückstand auf den TuS GW Himmelsthür, der mit 11:21 Zählern Rang zwölf belegt. Die Nienburger (6:24) stehen auf Platz 13, haben allerdings noch ein Nachholspiel in der Hinterhand, um den Abstand weiter zu verkürzen. "Wir sind eigentlich relativ alternativlos in der Situation, in der wir stehen. Wir brauchen Punkte, am besten doppelt", macht Naumann die Ausgangslage unmissverständlich klar.

Im ersten und bislang einzigen Pflichtspiel des Jahres 2026 zeigte die HSG im "Spatzennest" zumindest eine aufsteigende Tendenz. Gegen den SV Alfeld erkämpften sich die "Meerbachspatzen" vor gut zwei Wochen ein 28:28 - das zweite Remis der Saison. "Wir müssen jetzt sehen, dass wir so ein bisschen das Positive aus dem Alfeld-Spiel mitnehmen. Das war ja auch eine ordentliche Leistung", blickt der Coach zurück. Gleichwohl weiß Naumann, dass Unentschieden im Tabellenkeller nur bedingt weiterhelfen: "Der eine Punkt ist okay, aber da war ein bisschen mehr drin. Trotzdem nimmst du den natürlich am Ende mit"

Dass der Abstand zur Konkurrenz dennoch größer wurde, lag am zeitgleichen Sieg von Himmelsthür - ein Umstand, den Naumann registrierte, aber nicht überbewerten will. "Wir müssen nicht auf die anderen achten, sondern versuchen, die Punkte-Lücke zu schließen oder zu verkleinern. Und da hilft uns am Wochenende ein Sieg extrem."

Gegner Grüppenbühren/Bookholzberg (3:29 Punkte) reist als abgeschlagenes Schlusslicht an die Weser. Die Gäste feierten ihren bislang einzigen Saisonsieg am ersten Spieltag beim 32:31 gegen Alfeld und sind seit Anfang September sieglos.

Dennoch warnt Naumann davor, den Kontrahenten zu unterschätzen. "Sie verfügen mit Bennet Krix über einen Spieler, der mit 75 Treffern in den Top-20-Werfern der Liga steht. Dazu kommen Jarne Schnieders, der über rechts Tempo machen kann, und mit Kian Krause ein Rückraumspieler, der auch in der Deckung ein stabilisierender Faktor ist - wobei man nicht weiß, wie fit er ist", analysiert Naumann die Stärken des Gegners. Verzichten müssen die Gäste allerdings wohl auf ihren Top-Torjäger Thies Luca Hermann (82 Tore), für den die Saison verletzungsbedingt beendet sein dürfte.

Das Hinspiel ging mit 36:30 klar an die Nienburger - das macht Mut. "In Grüppenbühren haben wir einen guten Wettkampf abgeliefert. Das sollte uns zu Hause auch noch einmal gelingen", sagt Naumann und hofft, dass sein Team an diese Leistung anknüpfen kann. Personell sieht es bei der HSG gut aus: "Alle sind dabei", bestätigt der Trainer. Zudem könnte es punktuell Unterstützung aus der Zweitvertretung geben: "Kann sein, dass sich der eine oder andere noch mit auf die Bank setzt. Mal gucken, wie das Spiel der Zweiten das hergibt."

Ein Heimsieg wäre nicht nur tabellarisch enorm wichtig, sondern auch für die Köpfe. Nach der langen Durststrecke vor der Weihnachtspause spürte Naumann bereits nach dem Alfeld-Spiel einen Stimmungsumschwung. "Man hat schon gemerkt, dass der Punkt positive Energien freisetzt und dass der Glaube ein Stück weit zurückkehrt." Gelingt nun der dritte Saisonsieg, könnte das neue Jahr tatsächlich zu einem Wendepunkt im Abstiegskampf werden. Oder, um es mit der eingangs gestellten Frage zu halten: Wenn nicht jetzt, wann dann?


Textquelle: "Die Harke"

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