HSG NIENBURG | Meerbachspatzen

Christian Hamann Winterinterview mit Paul Hildebrandt: Teil I

Teil 1

Moin Paul! Schön, dass du dich bereit erklärt hast, am spielfreien Wochenende mit uns zu sprechen. Der erste Monat des neuen Jahres ist um - Was hat das neue Jahr bisher für dich als Privatperson bereit gehalten?

Paul: Moin! Die letzten Jahre durfte ich immer in Dänemark, mit einigen Freunden, ins neue Jahr starten, was sich als kleine Tradition etabliert hat. Daran konnte ich dieses Jahr leider nicht teilnehmen, weil ich am als Bauoberleiter für den Südschnellweg bei der Niedersächsichen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) in das Berufsleben gestartet bin. Das ist sicherlich der Meilenstein, der dieses Jahr bisher am meisten prägt. Ein damit eng verknüpftes Highlight war meine Absolventenfeier zum Masterstudium an der Leibniz Uni Hannover, die das Ende der Studienzeit offiziell besiegelt hat.

Bauoberleiter der NLStBV beim Südschnellweg Hannover? Das klingt etwas anders als deine bisherigen Jobs! Wir kannten dich bisher nur als Weltreisenden und als Animateur im "Aldiana-Club" auf Djerba?

Paul: Im Rahmen meines Bachelors hatte ich ein Stipendium bei der NLStBV und habe mich deshalb auch dort nach einer interessanten Stelle umgeschaut. Der Südschnellweg ist ein ebenso spannendes wie öffentlich wirksames Projekt. Es vereint viele fachliche Facetten - z.B. Tunnelbau, Brücken-Neubauten und die Umsetzung im Hochwassergebiet der Leine. Als Bauoberleitung kann ich in jedem Bereich mitwirken, was mir bisher sehr viel Freude bereitet. Der Ruf des Weltreisenden erfreut mich aber natürlich (lacht)! Auch zukünftig werde ich mich immer wieder gerne verabschieden, um die Welt zu erkunden. Mir ist allerdings bewusst, dass ich wohl nicht noch einmal die Freiheit bekommen werde, einen vollen Monat zu verreisen, wie ich es zuletzt im November 2024 mit meiner Schwester Pia an der Ostküste Australiens getan habe.

Stichwort: Pia! Uns ist aufgefallen, dass deine Schwester regelmäßig mit einem "Hildebrandt-Trikot" deine Handballspiele besucht. Natürlich sind auch deine Eltern regelmäßig bei deinen Spielen zu finden und selbst deine Cousinen Merle und Birte wurden schon des Öfteren in der Meerbachhalle gesichtet. Was bedeutet dir der familiäre Support und inwiefern hat er dir geholfen ein erfolgreicher Sportler zu werden?

Paul: Den Rückhalt der Familie bei der Ausübung seines Hobbys zu haben, stellt eine unglaubliche Unterstützung dar! Man weiß einfach in jedem Moment, dass man auf die Tribüne schauen und ein vertrautes Lächeln als Antwort bekommen wird. Auch meine Großeltern möchte ich hier hervorheben, die bei meinen Spielen zugegen sind und mich unterstützen. Ich glaube, dass mir meine Familie immer die Freiheit gegeben hat, den Sport und die Hobbys auszuüben, die mir Spaß machen und mich dabei nach Leibeskräften unterstützt hat. Das bedeutet allerdings auch - früher wie heute - nach jeder Einheit ein kleines Feedback zu bekommen, positiv wie negativ. Für die langfristige Entwicklung hilft das allerdings ungemein und häufig sieht man von der Tribüne die Dinge auch noch etwas anders.

In der letzten Frage haben wir bewusst den Begriff "Sportler", statt "Handballer" gewählt. Wir wissen natürlich um deine Leidenschaft für Fußball und den SV BE Steimbke! Warum hast du dich schlussendlich für Handball, statt Fußball entschieden und trittst du noch gelegentlich gegen den größeren Lederball?

Paul: Beide Sportarten auf höherem Niveau zu betreiben ist irgendwann unmöglich. Es stand also für mich fest, dass ich mich auf eine Sportart konzentrieren muss. Zu dem Zeitpunkt war Dirk Pauling mein Jugendtrainer und hat sich sehr intensiv mit mir unterhalten und mir seinen Plan aufgezeigt. Natürlich sind auch die Fußballer auf mich zugekommen, aber nicht mit so viel Nachdruck. Letztlich war es aber eine Entscheidung, die ich aus dem Bauch heraus getroffen habe. Wenn es sich ergibt, spiele ich auch gerne nochmal Fußball. Aktuell am ehesten bei der zweiten Mannschaft des SVBE auf Kreisliganiveau - vor allem, wenn Spiele gegen den SV Aue Liebenau anstehen (lacht)!

Wir sind natürlich glücklich, dass du dich für den Handball entschieden hast - und in genau in diese Richtung werden wir das Interview nun auch lenken. Deine erste Herren hat das Handalljahr 2024 auf einem Abstiegsplatz der Regionalliga abgeschlossen. Nun seid ihr mit vier Punkten aus drei Spielen ins Jahr 2025 gestartet. Also Paul, letzte aber wichtigste Frage für Heute: "Wohin geht die Reise?"

Paul: Wir befinden uns definitiv auf einem guten Weg und haben die Abstiegsplätze nun erstmal verlassen. Wer unsere Spiele verfolgt, sieht seit dem Heimspiel gegen die TSV Burgdorf II konstante Leistungen, die sich auch in den Ergebnissen widerspiegeln. Aktuell zeichnet sich besonders unsere Abwehr in Kombination mit dem Torwartspiel aus. Ich denke, dass wir im Angriff grundsätzlich bessere Lösungen finden müssen, die technischen Fehler abstellen und uns auch noch ein wenig unabhängiger von den Goalgettern, wie z.B. Steve Kählke, präsentieren müssen. Am Ende denke ich, dass die Gesundheit der Spieler der entscheidende Faktor für den Saisonausgang sein wird. Neben dem Saisonaus von Jarne Aust wird mit Finn Kühlcke ab März ein weiterer Linkshänder fehlen. Ich bin allerdings überzeugt, dass wir hier als Mannschaft die richtigen Lösungen, vielleicht auch mit einem Rechtshänder auf "Rückraum-Rechts", finden werden. Das wird allerdings nur gelingen, wenn wir jede Woche nahezu vollzählig beim Training sind und alle Vollgas geben! Grundsätzlich bin ich aber sicher, dass wir diese Saison nicht absteigen werden. Ich möchte hier allerdings weder bestimmte Punkteausbeuten noch Platzierungen ausrufen. Wenn wir weiter so an uns arbeiten und gemeinsam als Team wachsen, wird es für jeden Gegner - vor allem zu Hause mit unseren Fans im Rücken - schwer uns zu schlagen!


PS: Dieses Interview führte Christian "Armin" Hamann im Auftrag der "Meerbachspatzen" :)

Zurück

 
 
 
 
   expand_more
expand_less
chevron_leftZurück