HSG NIENBURG | Meerbachspatzen

Helge Nußbaum Wochen der Entscheidungen

Handball-Regionalliga: HSG Nienburg startet gegen Alfeld in die entscheidende Phase der Saison

Der Ernst der Lage ist bei der HSG Nienburg längst jedem bewusst. Vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer, sieben Niederlagen in Serie und der vorletzte Tabellenplatz (5:23-Punkte) zum Jahreswechsel - die Ausgangslage der "Meerbachspatzen" vor dem ersten Pflichtspiel 2026 gegen den SV Alfeld (Anwurf am Samstag um 19.30 Uhr in der Meerbachhalle) könnte kaum klarer sein: Abstiegskampf in der Handball-Regionalliga.

Und doch überwiegt bei HSG-Trainer Tobias Naumann nicht Resignation, sondern Überzeugung. "Der Sarg ist noch nicht zugenagelt", hatte er bereits vor der Weihnachtspause betont. Daran hat sich nichts geändert.

Mit dem Heimspiel gegen Alfeld startet für die Rot-Schwarzen "eine Phase der Wahrheit". Begegnungen gegen Teams "auf Augenhöhe", wie Naumann es formuliert, in denen Punkte nahezu Pflicht sind, um die Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben zu halten. "Im Prinzip spielt es keine Rolle, wer da kommt", sagt der HSG-Coach. Entscheidend sei allein, "was wir für eine Leistung auf die Platte bringen - wir haben eine konkurrenzfähige Mannschaft".

Die Ansätze vor der kurzen Weihnachtspause machen zumindest ein wenig Mut. Beim 33:41 beim Tabellenzweiten TSV Burgdorf II brachte sich die HSG mit sechs schwachen Minuten früh selbst um jede Chance, zeigte danach aber Moral. "Wir sind im Wettkampf", sagt Naumann. "Aber dann machen wir Fehler, vergeben freie Würfe und die Köpfe gehen runter." Genau diese Konstanz über 60 Minuten fehlt bislang.

Der SV Alfeld (9. Platz, 12:16-Punkte) ist sportlich kein Übergegner, aber gefährlich. Die Gäste verfügen mit Sören Lange (74 Tore) und Fynn Thorge Risch (51) über zwei verlässliche Scorer, die Nienburgs Defensive in den Griff bekommen muss. Naumann warnt dennoch davor, die Duelle nur über den Gegner zu definieren: "Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass wir nur die Spiele gewinnen, in denen wir uns Chancen ausrechnen." Im Abstiegskampf brauche es auch Überraschungen - und eine kompromisslose Einstellung, um auch "mal vermeintlich unmögliche Spiele zu ziehen".

Personell gibt es kleinere Fragezeichen: Rückraumspieler Luis Lengauer ist krank, hinter Lasse Kock steht verletzungsbedingt weiterhin ein Fragezeichen. Alexander Päßler (Bänderriss) hat nach langer Pause zwar wieder mit dem Training begonnen, für ihn kommt ein Einsatz aber wohl noch zu früh. Ansonsten kann Naumann nahezu aus dem Vollen schöpfen.

Ein weiteres wichtiges Signal sendet der Klub abseits des Feldes. Trotz sportlicher Misere haben Trainer und Leistungsträger ihre Verträge verlängert, zuletzt auch Linksaußen Lukas Meyer.

Jetzt aber zählen erstmal die nächsten gut sechs Wochen gegen Gegner auf "Augenhöhe". Naumann bringt es auf den Punkt: "Wir stehen auf einem Abstiegsplatz, alle anderen sind Favorit - egal, gegen wen wir spielen. Das müssen wir annehmen." Am Samstag im "Spatzennest" soll daraus endlich wieder Zählbares werden - denn der letzte Sieg datiert vom 31. Oktober, 38:22 gegen den TuS GW Himmelsthür.


Textquelle: "Die Harke"

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